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Atemschutz in der Feuerwehr Schriesheim

Bedeutung des Atemschutzes

Ist an einer Einsatzstelle mit einer Gefährdung der Einsatzkräfte durch Sauerstoffmangel (z. B. in Gruben, Kanälen) oder durch Einatmen gesundheitsschädigender Stoffe (Atemgifte) zu rechnen, muss entsprechend der Gefährdung geeignete Atemschutzgeräte getragen werden.

Kenntnisse über Verwendungsmöglichkeiten und Schutzwirkung der Geräte, über Auswahl, Pflege, Wartung und Prüfung der Geräte sowie Aus- und Fortbildung der Atemschutzgeräte- träger sind Voraussetzung für die erfolgreiche Verwendung von Atemschutzgeräten.

Um all dies so einheitlich und sorgfältig wie möglich zu gestalten, ist der Ablauf im Atemschutzdienst in einer Feuerwehrdienstvorschrift (FwDV 7) geregelt.

Anforderungen an Atemschutzgeräteträger

Einsatzkräfte, die unter Atemschutz eingesetzt werden, müssen

  • das 18. Lebensjahr vollendet haben;
  • körperlich geeignet sein (die körperliche Eignung ist nach den berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen, Grundsatz G 26 "Atemschutzgeräte", in regelmäßigen Abständen festzustellen);
  • erneut nach dem Grundsatz G 26 untersucht werden, wenn vermutet wird, dass sie den Anforderungen für das Tragen von Atemschutzgeräten nicht mehr genügen; dies gilt insbesondere nach schwerer Erkrankung oder wenn sie selbst vermuten, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein;
  • die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger erfolgreich an einer anerkannten Ausbildungsstätte absolviert haben;
  • regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen und Wiederholungsübungen teilnehmen, das bedeutet : mind.1x jählich eine Belastungsübung in einer anerkannten Ausbildungsstätte und mind. 1x jährlich eine Atemschutzübung unter Einsatzbedingungen
  • zum Zeitpunkt der Übung oder des Einsatzes gesund sein und sich einsatzfähig fühlen;

Einsatzkräfte, welche diesen Anforderungen nicht erfüllen, dürfen nicht unter Atemschutz eingesetzt werden !

Bei der Feuerwehr Schriesheim erfüllen zur Zeit 71 Feuerwehrangehörige (Stand 25.12.2002) diesen Anforderungen.

Die Anzahl verteilt sich auf :
    47 Feuerwehrangehörige in der Abt. Stadt
    20 Feuerwehrangehörige in der Abt. Altenbach
      4 Feuerwehrangehörige in der Löschgruppe Ursenbach

Übungsbetrieb

Die Atemschutzgruppe der Feuerwehr Schriesheim trifft sich neben dem normalen Übungsbetrieb nochmals zu:
      6 Atemschutzspezifischen Unterrichten oder Kurzübungen
      1 Belastungsübung
      2 Übungen unter Einsatzbedingungen
      1 Versammlung/ Ausspache der Atemschutzgeräteträger.

Die Abteilung Altenbach führt ihre Atemschutzübungen eigenständig durch.

Von Übungen in einem Atemschutz- Übungsbehälter wird zur Zeit noch abgesehen, da bis zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Behälter mit optimalen Übungsbedingungen im Umkreis vorhanden ist. Das bedeutet, einen Übungsbehälter in diesem auch 0- Sicht- Bedingungen (totale Verrauchung) in Verbindung mit Wärme, erzeugt werden können. Wärmegewöhnungsanlagen/Behälter mit Gasbetrieb findet die Atemschutzleitung als Unrealistisch und bei der Anmietung im Preis total überteuert.

Die Ausrüstung

Die Feuerwehr Schriesheim verfügt zur Zeit über folgenden Gerätebestand:
      6 PA 54 (davon 2 Stück LG. Ursenbach)
      4 PA 54 /80 (alle Abt. Altenbach )
    24 PA 80 (davon 2 Stück LG. Ursenbach)
      2 PA 90
      6 PA 94 (davon 4 Stück Abt. Altenbach)
    42 Atemschutzgeräte (alle von der Fa. DRÄGER)

    80 Atemluftflaschen mit 200 bar Fülldruck
    80 Atemluftflaschen mit 300 bar Fülldruck

  130 Atemschutzmasken (DRÄGER Panorama Nova RA)
         davon 30 A- Masken Abt. Altenbach; 8 LG Ursenbach

Sämtliche Geräte und Masken müssen in bestimmten Intervallen gereinigt und geprüft werden. Alle Vorgänge müssen in einer Karteikarte festgehalten werden.

Dies sind:

  • Atemschutzgeräte nach jedem Einsatz / Übung oder jährlich; alle 6 Jahre Hauptuntersuchung.
  • Atemschutzmasken nach jedem Einsatz / Übung oder jährlich.
  • Atemluftflaschen alle 6 Jahre zur Druckbehälterprüfung (Flaschen- TÜV).

Besondere Einsatztaktiken

Vorwort:
Die Praxis hat gezeigt, daß der bei Feuerwehren übliche 2-Mann-Trupp bei Arbeiten und Einsätzen unter Atemschutz nicht ausreicht bzw. "überbelastet" ist.
Man denke hier nur an einen "ganz normalen Brandeinsatz" mit Vornahme eines C- Rohres bzw. HD- Rohres über den Treppenraum. Insbesondere bei einer folgenden Menschenrettung haben sich drei Mann gegenüber zwei Mann bewährt. Der freie Mann kann in diesem Fall mit einer Handlampe beim Anlegen der Brandfluchthaube unterstützen, beleuchtet den Rück- weg und weißt auf Hindernisse hin. Jeder Feuerwehrmann, der schon einmal in einer solchen Lage war, kann diesem bestimmt zustimmen. Diese Gründe hat die Feuerwehr Schriesheim vor einigen Jahren bewogen, einen 3-Mann-Atemschutztrupp einzuführen. Im Vorfeld ist zu erwähnen, daß der Atemschutz bei der Feuerwehr Schriesheim einen hohen Stellenwert hat. So sind auch seit 20 Jahren LF's und TLF's mit 6 anstatt mit 4 PA bestückt.
Ebenso wird bei der Feuerwehr Schriesheim schon seit 1990 eine Dokumentation bzw. eine Atemschutzüberwachung durchgeführt. Diese führt der Maschinist des Löschfahrzeuges, oder bei besonderen Einsatzlagen ein eigens dafür abgestellter Feuerwehrangehöriger im MTW-EL durch.

Voraussetzungen für eine solche Vorgehensweise sind:

  1. Die Vorhaltung genügend ausgebildeter Atemschutz- Geräteträger und PA (bei FF)
  2. Ausreichende Mannschaftsstärke in der Erstphase
  3. Gute Zusammenarbeit der Führungskräfte
  4. Ständiges Üben und Durchspielen der einzelnen Zusammensetzungen des 3er- Trupps

Ausrückeordnung:
Bei Feueralarm bzw. Rauchentwicklung in einem Gebäude rückt die Feuerwehr Schriesheim in Löschzugstärke (MTW-EL, TLF16-25, DL, LF8/6) aus. Selbstverständlich sind in den meisten Situationen bei Alarm nicht alle Fahrzeuge auf einen Schlag besetzt. Aus diesem Grund legen wir großen Wert darauf, daß die beiden vorausfahrenden Fahrzeuge MTW-EL mind.1/1 und TLF 1/1+4 besetzt sind. Ist zwischenzeitlich noch keine anderstlautende Lagemeldung erfolgt, rücken unaufgefordert DL mind.1/1 und LF8/6 mind.1/1+4 nach.

Mögliche Konstellationen des 3-Mann Atemschutztrupps:

  1. MTW-EL 1/1 und TLF 1/1+4:
    -2 Mann A-Trupp aus TLF und Staffelführer TLF; Einsatzleitung bei Führungskaft MTW-EL
  2. MTW-EL 1/1+mid.1 und TLF 1/1+4:
    -2 Mann A-Trupp aus TLF und 1 Mann von MTW-EL
  3. MTW-EL 1/1 und TLF 1/1+4:
    - 2 Mann A-Trupp aus TLF und Führungskraft von MTW-EL; Einsatzleitung bei Staffelführer TLF

Fazit:
In der Feuerwehr Schriesheim hat sich der 3-Mann-Atemschutztrupp als 1.Angriffstrupp bei mehreren Brandeinsätzen sehr gut bewährt und ist nicht wieder wegzudenken. Wird bei größeren Einsätzen ein weiterer Angriffstrupp benötigt, oder ein zweiter Abschnitt gebildet, so läßt sich die Konstellation auf die nachfolgenden Kräfte des LF´s übertragen.
Selbstverständlich werden Arbeiten unter Atemschutz wie zum Beispiel das Be-u.Entlüften des Treppenraumes, oder das Kontrollieren von Zimmern und Wohnungen weiterhin von einem 2-Mann-Atemschutztrupp durchgeführt. Zeitverzögerungen treten nicht ein, weil das Anlegen des PA beim 3.Mann parallel mit dem Aufbau des Löschangriffs verläuft. Wichtigster Faktor ist die gute Verständigung der Führungskräfte über 2-Meter-Funk schon auf der Anfahrt und ständiges Üben möglicher Einsatzsituationen. Aber dennoch; kein Einsatz gleicht dem Anderen.

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