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Ein goldener Abend für die blauen Röcke

Schriesheimer Feuerwehr feiert mit vielen Gästen ihren Festabend zum 125-jährigen Bestehen - Viel Stimmung beim großem Programm

27.01.2003 | Schriesheim. . Die blauen Uniformen platzten fast, so stolzgeschwellt waren die brüste der Schriesheimer Feuerwehrmänner. Am Samstagabend brannten die Blauröcke zum Auftakt ihres Jubiläumsjahres in der Mehrzweckhalle ein Feuerwerk der guten Stimmung und der prächtigen Atmosphäre ab. Die Floriansjünger der Region trafen sich in der Weinstadt.

Es war kurz vor halb acht, als Vizekommandant Oliver Scherer seinen Schriesheimer Kameraden einen Befehl erteilte, der Erleichterung und Stolz auslöste. "Männer", erklärte Scherer, "wir verziehen uns sauf die Tribüne." Das taten sie gerne, die Jubiläumsfeuerwehrleute. Denn ihr Umzug auf die "billigen Plätze" bewies: Die Mehrzweckhalle war schon kurz vor Programmbeginn bewies auf den letzten Platz gefüllt. Fast 900 Menschen, darunter Vertreter fast aller Feuerwehren aus dem Rhein-Neckar-Kreis, besuchten die Schriesheimer Geburtstagskinder in ihren blauen Röcken - ein schillerndes Bild in der Halle.
Es wurde ein großer Abend der Schriesheimer Feuerwehr, ein Auftakt nach Maß ins Jubiläumsjahr zum 125-jährigen Bestehen. Schon der Beginn war von besonderer Stimmung geprägt. Georg Weber, der legendäre "Feuerwehr-Schorsch", führte seine Wehr zu den Klängen des Spielmannszuges sind die Halle. Man spürte, wie lange und wie sehr er auf diesen Moment gewartet hatte. Mehr als 100 Floriansjünger, vom Rentner bis zum Schüler zogen auf die Fläche vor die Bühne wie Gladiatoren in die Arena. Die Leute standen auf. klatschten im Takt. Übrigens: Der Spielmannszug konnte sich hören lassen und bewies, dass er unter der jahrzehntelangen Leitung von Walter Näher sehr viel mehr beherrscht als Marschmusik.
Wie die Feuerwehr-Organisatoren überhaupt die richtige Umrahmung gefunden hatten. Zur Moderation Horst Schütze sorgten neben den "Eigengewächsen" die Jagdhornbläser für die gediegene Atmosphäre (erstmals mit dem neuen Vorsitzenden Georg Bielig) und - wie immer bei ganz großen Anlässen in der Stadt - hatten sich die drei Gesangsvereine Lyra, Eintracht und Liederkranz zusammengefunden. Den Taktstock führte Lyra-Dirigent Frank Ewald, was viele Besucher erstaunte; so einen jungen Chorleiter hatten viele noch nie gesehen. Aber das passte zum übrigen Erscheinungsbild des Abends. Denn auch die Feuerwehrleute der Region waren durch viele junge Vertreter ihrer Zunft vertreten - und räumten mit dem Vorurteil auf, dass die Freiwillige Feuerwehr einer Rentnerband gleicht. Das Gegenteil ist der Fall!
Als die Chöre nach dem gut zweistündigen Ehrungsprogramm in der abgedunkelten Halle und zum Fackelschein von der großen Bühne das mitreißende "Ich bete an die Macht der Liebe" sangen, da war es ein ergreifender Augenblick. Die Mischung stimmt zwischen formalen Programmpunkten und kleinen Nettigkeiten - so dass sogar das gewaltige Ehrungsprogramm kurzweilig wirkte. Es waren aber auch keine Ehrungen, wie man sie kennt und erwarten würde, sondern wahrlich besondere für besondere Menschen (s. weiter Artikel auf dieser Seite). Dazwischen nett gereimte Sätze der hübschen Festdamen (ein bemerkenswerter Text von Ruth Röger, für die Schriesheimer Feuerwehr gedichtet), eine witzige Ansprache der Weinkönigin Sonja Mohr, die passenden knappen Worte von TV-Vorstand und Stadtrat Dr. Wolfgang Metzger, der stellvertretend für alle Schriesheimer Vereine die Glückwünsche aussprach. Und den Augenblick in dem Georg Weber mit dem Packen von Briefkuverts winkte, wird man so schnell nicht vergessen. Genauso wenig wie die lange Nacht, die zur Musik des Stadtorchesters noch folgte.

Rhein-Neckar-Zeitung | 27.01.2003



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